Eichstätt/Ahrtal - Drei Wochen nach der Hochwasserkatastrophe sind die Aufräumarbeiten immer noch im vollen Gange. Ebenso wichtig wie praktische Hilfen ist die emotionale Unterstützung der Betroffenen. Mit dem großen Einsatzkontingent aus dem Landkreis Eichstätt fuhr vergangene Woche Josef Schön zum Nürburgring. Dort sind die Einsatzkräfte stationiert, die im gesamten Ahrtal Hilfe leisten. Schön ist organisatorischer Leiter Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV), er war mit Robert Steinhauser, Dorothee Holl und Sonja Krammer für das Eichstätter Kriseninterventionsteam, Arbeitsgemeinschaft des Malteser Hilfsdienst, des BRK und anderer Hilfsorganisationen, im Einsatz. Katrin Straßer sprach mit Josef Schön über das Erlebte.

Herr Schön, was tut die Psychosoziale Notfallversorgung im Krisengebiet?

Josef Schön: Wir sind in Teams mit anderen Einsatzkräften in den betroffenen Orten unterwegs. Dort stehen wir den Menschen zum Beispiel bei, wenn ihnen mitgeteilt wird, dass ihr Haus nicht nur sofort abgerissen wird, sondern dass es so einsturzgefährdet ist, dass sie es nicht mehr betreten dürfen, um vielleicht noch irgendwelche Erinnerungsstücke herauszuholen. Die stehen tatsächlich vor dem Nichts.

Josef Schön und Dorothee Holl haben die organisatorische Leitung der Eichstätter Krisenintervention (KIT), der Arbeitsgemeinschaft der Hilfsorganisationen und Kirchen im Landkreis, übernommen. Nun wurden ihnen die offiziellen Ernennungsurkunden von Christian Alberter, Diözesangeschäftsführer des Malteser Hilfsdienstes, und Michael Gorum, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), überreicht.

Die ehrenamtlich aktiven Helfer des Kriseninterventionsteams betreuen unverletzte Betroffene nach einem potentiell traumatisierenden Ereignis. „Das ist mit einer der wichtigsten Dienste, auch wenn er vielleicht nicht so in der Öffentlichkeit präsent wie der Rettungsdienst. Das hilft einfach dem Menschen, wenn jemand für ihn da ist, in der vielleicht schwersten Stunde seines Lebens, und er weiß, er ist nicht allein“, betonte Michael Gorum. „Respekt vor Euch, Hut ab, da muss man einfach auch mal danke sagen, dass Ihr schon so lange mit dabei seid und nun noch mehr Verantwortung dafür tragt.“

Der Dank von Malteser-Geschäftsführer Christian Alberter galt zunächst der bisherigen Teamleiterin Maria Riek, die aus persönlichen Gründen ihr Amt abgibt „und den Dienst mehr als zwei Jahre mit einem Einsatz geleitet hat, der weit über das hinausgeht, was von ihr erwartet wurde, und die davor schon über viele Jahre unheimlich viel für die Krisenintervention im Landkreis Eichstätt getan hat.“

08.06.2020 - Die Corona-Pandemie verändert die gewohnten Abläufe in großen Teilen des öffentlichen Lebens - und damit auch die Arbeit unseres Kriseninterventionsteams. Wir retten mit unserer Tätigkeit der "psychosozialen Notfallversorgung" (direkt) keine Leben, sondern tragen "nur" zu einer förderlichen Verarbeitung traumatischer Erfahrungen bei und stehen Menschen in ihren schwersten Stunden zur Seite.

Deshalb mussten Möglichkeiten und Wege gefunden werden, einerseits den Schutz unserer ehrenamtlichen Kriseninterventionshelfer und der betreuten Menschen vor einer Infektion sicherzustellen - und andererseits das doch wichtige Angebot der Krisenintervention/PSNV für die unbestimmt lange Zeit der Coronakrise aufrecht erhalten zu können.

05.06.2020 - Das Kriseninterventionsteam Eichstätt hat seine neue Homepage online gestellt. Unter www.krisenintervention-eichstaett.de finden sich von nun an Informationen und Berichte zu Struktur und Tätigkeit des Kriseninterventionsteams.

Wir freuen uns über Ihr Feedback zur neuen Homepage an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!!

01.01.2020 - Zum Jahreswechsel steht ein Wechsel in der Leitung des Kriseninterventionsteams Eichstätt an: Aus gesundheitlichen Gründen zieht sich der langjährige Fachdienstleiter Michael Dremel aus dem aktiven Dienst zurück und übergibt die Führung an ein mehrköpfiges Leitungsteam. In Absprache mit den beteiligten Organisationen übernimmt nun Maria Riek (Tauberfeld) die Organisatorische Leitung. Josef Schön (Pietenfeld) steht als stellvertretender Organisatorischer Leiter, Ansprechpartner für Fragen des Katastrophenschutzes und Leiter der Einsatznachsorge zur Verfügung und Dr. Robert Steinhauser (Eichstätt) übernimmt die Fachliche Leitung. Barbara Woitas (Eichstätt) ergänzt das Team als Materialbeauftragte.